Vortragsreihe Medien / Zukünfte

In der Vortragsreihe „Medien/Zukünfte“ stellen Expertinnen und Experten aus Forschung und Praxis aus verschiedenen Perspektiven Medienzukunftsszenarien vor. In den Blick genommen wird dabei auch die Bildung der Zukunft und die Nachhaltigkeit der Bildung innerhalb eines digitalen Zeitalters. Das Ziel der Veranstaltung ist es, aktuelle Entwicklung und zukünftige Szenarien zu betrachten und selbige in den Kontext der übergeordneten Frage nach der Rolle der Medien als Gegenstände und Werkzeuge einzuordnen.

Die Veranstaltung ist kostenlos, hochschulöffentlich und alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Studierende haben die Möglichkeit, für den Besuch der Vortragsreihe einen CP im Pool-Modell der TU Braunschweig zu erwerben. Die Anrechnungsmodalitäten müssen direkt mit der jeweiligen Fakultät bzw. dem Fachbereich abgestimmt werden. Studierende melden sich für die Veranstaltung bitte über Stud.IP an.

Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation zwischen Transformation Design und Medienwissenschaften der HBK Braunschweig mit dem Bereich Medienbildung der TU Braunschweig.

Termine: 

10.4.2018, 18:30-20:00 Uhr – Transition by design – not disaster

Referent: Simon Kiepe, Open State Collective Berlin

Die Menschheit ist grundlegend auf dem richtigen Weg.  – Vor dem Hintergrund der unzähligen Krisen unserer Zeit würde das wohl niemand unterschreiben, der die Welt mit offenem Herzen betrachtet. Transformation ist notwendig: Doch müssen wir dafür gegen die Wand fahren, oder schaffen wir esdas Ruder herum zu reißen? 
 
OpenState ist davon überzeugt, dass sich Transformation gestalten lässt. Dafür entwickeln wir geschützte Erfahrungsräume, in denen Organisationen, Unternehmen und Individuen kulturelle und systemische Alternativen testen und er/leben können. Durch echte Erfahrungen kann die Transformation beim Einzelnen beginnen, sich in kulturellem Wandel ganzer Systeme entfalten und schließlich zu zukunftsfähigen Organisationen, Prozessen und Produkten führen

Raum: HBK, Gebäude 01, Johannes-Selenka-Platz 1, Raum 304

Umfang: 2 Arbeitseinheiten

 

24.04.2018, 18:30-20:00 Uhr – Digitalisierte Welt – Digitalisierung der Bildung

Referent: Prof. Dr. Meinel, Hasso-Plattner-Institut, Universität Potsdam

Die digitale Transformation erfasst immer weitere Teile unserer Gesellschaft und verändert einschneidend unsere ganze Lebenswirklichkeit. Mit der umfassenden Verbreitung digitaler Medien verändert sich auch die Art, wie wir lernen und lehren. Am Hasso-Plattner-Institut habenwir uns über viele Jahre intensiv mit diesen Veränderungen auseinandergesetzt und verschiedene Formen digitaler Bildungsmedien konzipiert, entwickelt,erprobt und erforscht. So sollen im Vortrag zum einen das Tele-Task-Portal www.tele-task.devorgestellt werden mit seinen vielen Tausenden Vorlesungs- und Vortragsaufzeichnungen, und zum anderen auf die am HPI entwickelte erste europäische MOOC-Plattform open.HPI.de eingegangen werden. Insbesondere die Beschäftigung mit den MOOCs – Massive OpenOnline Courses hat uns von dem großen Nutzungspotential digitaler Medien für Bildungszwecke nicht nur in der Universität überzeugt. 

Raum: TU Braunschweig, Pockelsstraße 4 (Altgebäude), Raum PK 4.3

Umfang: 2 Arbeitseinheiten

 

08.05.2018, 18:30-20:00 Uhr – Podiumsdiskussion:  Die kollaborative Stadt – gemeinsame Räume neu verhandeln?

DiskutantInnen: Dr. Saskia Hebert, HBK Braunschweig  / Prof. Folke Köbberling, TU Braunschweig / Dr. Sebastian Schlüter, MitOst e.V.

Die Frage, wem die Stadt gehört, ist vermutlich so alt wie die Stadt selbst. Neue Aktualität erfährt sie derzeit vor dem Hintergrund einer Debatte, die nicht nur eine hoffentlich nachhaltigere Zukunft, sondern auch deren Gestaltbarkeit einfordert. Aber wer gestaltet hier eigentlich was – und für wen? Fungiert die Stadt eher als Differenzmaschine, die entlang von Grundstücksgrenzen Ausschließungen definiert, oder mehr als „gemeinsamer Grund“ einer mündigen Stadtgesellschaft? Können wir, die Bürgerinnen und Bürger von Städten, das beeinflussen und wenn ja: wie?
Die Podiumsdiskussion nähert sich diesen Fragen anhand von Impulsvorträgen aus verschiedenen Perspektiven. Die Vortragenden werden anschließend miteinander und mit dem Publikum darüber diskutieren, welche Rolle Planung und Aktivismus, Kunst und Transformationsdesign hier spielen – und wie die Stadt selbst auf diese Weise zum Ort und zum Medium einer (künftigen) Bildungslandschaft werden kann.

Raum: HBK, Aula, Gebäude 02, Johannes-Selenka-Platz 1, Raum 003

Umfang: 2 Arbeitseinheiten

 

29.05.2018, 18:30-20:00 Uhr – Affordanz und (Nicht-) Affirmation. Compliance und digitale Designs.

Referent: Prof. Dr. phil. Benjamin Jörissen, Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg

Raum: TU Braunschweig, Pockelsstraße 4 (Altgebäude), Raum PK 4.3

„Design“ stellt nicht „Dinge“ oder „Designobjekte“ her, sondern seine ästhetischen Formgebungen konzipieren Relationen zwischen Dingen, materiellen Umwelten und Lebewesen. Zum manifesten Objekt wird das Design erst als Verhältnis zu diesen antizipierten Relationen, die ihrerseits mithin auf normativen Grundlagen basieren. Als Objekt jedoch, als designtes Ding oder designte Umgebung, trägt es struktural diese antizipierten Relationen als Potenzial ihrer je konkreten Verwirklichungen in sich. Die solchermaßen aus einer umfassenden Vorwegnahme späterer Relationierungsszenarien hervorgehende, immer schon ökonomische (auf industrielle Massenherstellung ausgerichtete) Designwelt stellt, wissenstheoretisch betrachtet, ein völlig anderes Paradigma dar als die sukzessive Formung von Gegenständen aus historisch relativ invariablen Erfahrungszusammenhängen heraus, wie sie für vormoderne Dingwelten typisch war. Design stellt jeweils Angebote bereit, auf bestimmte Weise zum Nutzer eines Dinges zu werden. Praktiken im Umgang mit Dingen, die sich als „Nutzung“ verstehen, sind auch Praktiken des Selbst, die den „Nutzer“ (oder auch den „Konsumenten“, den affirmativen, kritischen oder goutierenden „Rezipienten“, den kreativ sich artikulierenden „Prosumenten“) als eine Weise des Selbstverständnisses überhaupt erst hervorbringen. Die Regelmäßigkeit affirmativer Gebrauchsformen lässt Subjekte zu den Nutzern und Objekte zu den affordanten „Devices“ werden, die ein Design projektiert: ein Prozess, der mithin „compliance“ (Butler 2001, 22) – ein Einverständnis oder auch nur eine Inkaufnahme, die de facto eine Anerkennung darstellt – beinhaltet.

Das Verständnis digitaler Designs wird wesentlich durch die jüngeren Beiträge der software studies erweitert – diese verweisen auf eine totalisierte Machförmigkeit von Software (vgl. Chun), die materiellen Designs in dieser Form nicht eignet. Der Vortrag verfolgt die Frage, wie compliance mit digitalen Designs in bildungstheoretischer Perspektive zu verstehen ist – und was daraus, etwa für Konzepte der Medienbildung, folgt.

 

Umfang: 2 Arbeitseinheiten

 

12.06.2018, 18:30-20:00 Uhr – Transformation als Aufgabe für Co-Designs im Zeitalter der »Climate Services«

Referentin: Prof. Dr. Birgit Schneider, Universität Potsdam

Im Vortrag werden Onlineplattformen wie Global Forest Watch zur Diskussion gestellt, die über die Veröffentlichung globaler, geographischer Daten vom Wissen zum Handeln führen sollen. Dies entspricht der Umsetzung der so genannten Climate Services, definiert als die Transformation von klimabezogenen Daten in anwenderbezogene Produkte, die bei den Entscheidungen von Einzelpersonen und Organisationen helfen (WMO). Die Beispiele werden kritisch daraufhin beleuchtet, inwiefern ihre mediale und institutionelle Struktur so angelegt ist, dass auch lokales, situiertes Wissen fruchtbar gemacht werden kann – oder inwiefern sie globalen Lösungsstrategien verhaftet bleiben, die globales Wissen über lokales stellen, indem sie regionales Wissen durch Prozesse des „Downscalings“ erzeugen. Wenn hierbei vor allem Karten zur Anwendung kommen, welche Lösungspfade geben die Weltkarten selbst bereits vor? Gibt es eine (neoliberale, imperiale) Macht der Karten und Diagramme, die der Beteiligung von lokalem Wissen widersprechen? Welche Beispiele gibt es, die im Gegensatz zu vielen Top-Down-Plattformen von vor Ort aus agieren oder sogar in Form von Co-Designs und Citizen Science Daten verbinden und so eine Macht von unten entfalten?

Raum: HBK, Aula, Gebäude 02, Johannes-Selenka-Platz 1, Raum 003

Umfang: 2 Arbeitseinheiten

 

26.06.2018, 18:30-20:00 Uhr – Agile Lernsettings zur Entwicklung der digital literacy – Perspektiven für die Hochschullehre

Referent: Prof. Dr. Michael Marmann, Hochschule Düsseldorf

Die Buzzwords Agilität und Digitalisierung sind in aller Munde. Durch den damit verbundenen digitalen Wandel benötigt der Arbeitsmarkt Personal mit hoher Digitalkompetenz, und zwar über alle Branchen und Berufsprofile hinweg. Doch wie lässt sich das erreichen? Welchen Part können und sollten Hochschulen in der Entwicklung der digital literacy übernehmen? Anhand konkreter Beispiele aus der Lehrpraxis zeigt der Vortrag auf, wie agile Konzepte und digitale Medien in neuen Lernsettings zusammenwirken können, um die Studierenden besser auf eine zunehmend digitalisierte Lebens- und Arbeitswelt vorzubereiten.

Raum: TU Braunschweig, Pockelsstraße 4 (Altgebäude), Raum PK 4.3

Umfang: 2 Arbeitseinheiten

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